EUREXIT, von Kostas Papakostopoulos, Premiere: 10. November 2017

von Kostas Papakostopoulos nach Aischylos’ “Agamemnon”
Premiere: 10. November 2017

Ort: Theater im Bauturm
Aachener Straße 24-26, 50674 Köln
Weitere Aufführungen im Theater im Bauturm:
11. und 12. November 2017
25., 26., 27. und 28. Januar 2018

Ort: FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt
Cäcilienstraße 29-33, 50667 Köln

am 21., 22. und 23. Februar 2018

Kartenvorbestellungen: DGT: 0221 – 42 12 83

Europa steht am Scheideweg. In diesem Jahr, inmitten einer Zeit der politischen Auf- und Umbrüche in der ganzen EU, setzt sich das Deutsch Griechische Theater mit der Zukunft Europas auseinander und stellt die Inszenierung des Projekts EUREXIT vor: ein theatralisches Experiment um die aktuelle Krise der Wertegemeinschaft Europa, zu dem sich Kostas Papakostopoulos von den Chorpassagen der antiken Tragödie “Agamemnon” von Aischylos inspirieren lässt.

Der Chor – im antiken Drama ist er die Stimme des Volkes. Mit einer Stimme sprechen hier die ungehörten Vielen. Ein Zusammenstimmen verschiedener Stimmlagen. Polyphonie, Euphonie, Kakophonie. Wie aber steht es um unseren europäischen Chor: Volkes Stimme – oder doch nur ein Durcheinander schriller Stimmen? Kommt nach dem BREXIT der EUREXIT? Fallen wir Europäer ins Nationale zurück? Zerbricht das europäische Projekt? Wegen der Flüchtlinge? Der eigensinnigen Ungarn? Der faulen Griechen? Der herrischen Deutschen?

Doch es gibt ihn noch, den Chor der überzeugten Europäerinnen. Aus Sorge um den Bestand des europäischen Projekts machen Frauen unterschiedlicher Nationalitäten sich auf eine Reise dorthin, wo alles begann, wo der göttliche Stier Europa an Land setzte, wo die Demokratie geboren wurde. Auf der Agora von Athen wollen sie gemeinsam einen Neuanfang wagen, die europäischen Werte neu entdecken, den Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft Europas finden. Ihr Weg dorthin aber gleicht einer Geisterbahn: Unerwartete Begegnungen liegen vor ihnen, schmerzliche bis schrille Gesichte und Phantasien locken und bedrängen sie. Der Chor der Reisenden erlebt eine tragisch-komische Odyssee, die seine Überzeugungen, Werte und Ideale zusehends auf die Probe stellt.

In EUREXIT verschmilzt Kostas Papakostopoulos eigenhändig in Köln gesammelte Stimmen europäischer Bürger, Videos, poetische und eigene Texte mit Textfragmenten aus Aischylos’ “Agamemnon”. Dies bildet die Grundlage für ein performatives und interaktives Projekt im Grenzbereich von Theater, Film und Musik. Um die europäische Krise darzustellen, hat das DGT in dieser Kollage aus Dokument und Dichtung diesseits des nüchternen Blicks der geschriebenen Geschichte die Perspektive des Einzelnen gewählt.

“Sind wir eigentlich unterwegs, weil wir gute Nachrichten empfingen oder weil wir auf gute Nachrichten hoffen?”, fragt sich der Chor. In Zeiten, in denen in Europa die politischen Fliehkräfte wieder zunehmen und das nationale Interesse über das gemeinsame gestellt wird, begeben wir uns zum Epizentrum der europäischen Idee. Liegen dort noch Gründe, es doch weiter miteinander zu versuchen?