Archäologische Aktivitäten in Griechenland während der NZ Zeit

Samstag 12 Dez. 2015, 19:30, Berlin

exantas Berlin e.V.

präsentiert:

Alexandra Kankeleit

in

Literaturhaus Berlin – Kaminraum
Fasanenstr. 23, 10179

SSSeit dem 19. Jahrhundert war allein das Deutsche Archäologische Institut (DAI) als offizieller Vertreter des Deutschen Reiches für die archäologischen Aktivitäten deutscher Wissenschaftler in Griechenland zuständig. Vor 1940 fanden alle deutschen Unternehmungen in Griechen­land in Absprache und mit der Unterstützung des DAI statt.
Das älteste und bedeu­tendste Projekt des DAI war die Ausgrabung von Olympia, die seit 1936 als „Führer­grabung” direkt von Hitler aus den Erlösen seines Buches „Mein Kampf finanziert wurde. Viele der in Griechenland tätigen Archäologen waren politisch aktiv und bekleideten schon in den 30er Jahren wichtige Ämter in der NSDAP, der SS oder im Auswärtigen Amt.

Mit der Besetzung Griechen­lands im April 1941 traten wei­tere Organisationen in Erscheinung, die ebenfalls archäologisch tätig wurden: der Kunstschutz der Wehrmacht, der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg und das Deutsche Ahnenerbe. Zusätzlich führten einzelne Wehrmachtsan­gehörige Ausgrabungen durch und versuchten sich durch Raub oder illegalen Handel zu bereichern. Es blieb nicht aus, dass die undurch­sichtigen Strukturen und komplizierten Beziehungsgeflechte zwischen den deutschen Besatzern zu Spannungen und zum Teil erbitterten Machtkämpfen führten.

Der Vortrag gibt Einblick in die für die Archäologie relevanten Organi­sationen. Die wichtigsten Akteure und ihr Betätigungsfeld werden vor­gestellt. Auch wird gezeigt, welche Konsequenzen die neue Situation und die zum Teil chaotischen Zustände für die griechischen Archäolo­gen und die von ihnen betreuten Altertümer hatten.