Deutsche Medien berichten unausgewogen über Griechenland

Studie der Hans-Böckler-Stiftung

Die meisten Presse-Veröffentlichungen zur griechischen Schuldenkrise schüren Misstrauen und Verunsicherung in der Bevölkerung, sagen Experten.

Deutsche Medien haben über die griechische Schuldenkrise einer Studie zufolge oft unausgewogen und oberflächlich berichtet. Die Berichterstattung sei mehrheitlich meinungsorientiert und wertend gewesen, hieß esin der am Mittwochabend in Berlin vorgestellten Untersuchung im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. So seien etwa Mitglieder der griechischen Regierung überwiegend negativ dargestellt worden.

Für die Studie untersuchten Wissenschaftler der Universität Würzburg die Griechenland-Berichterstattung im ersten Halbjahr 2015 am Beispiel der Tageszeitungen „Die Welt“, „Bild“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Süddeutsche Zeitung“ und „taz“ sowie der Onlineplattform „Spiegel Online“. Insgesamt wurde in 1.442 Artikeln über die griechische Staatsschuldenkrise berichtet, wie es hieß. Dabei sei die Diskussion über die Reformvorhaben der Regierung in Athen nur unzureichend aufgegriffen worden. Stattdessen ging es den Autoren zufolge vor allem allgemein um Hilfsprogramme sowie um den „Nebenschauplatz“ der Forderung nach Reparationszahlungen Deutschlands für Schäden, die Griechenland im Zweiten Weltkrieg zugefügt wurden. In vielen Artikeln seien Inhalte, über die gestritten wurde, nicht benannt worden, dafür aber sehr oft der Grexit als mögliche Konsequenz. Eine tiefe Hintergrundberichterstattung hätten nur wenige Artikel geliefert.

Quelle: http://m.tagesspiegel.de/medien/studie-der-hans-boeckler-stiftung-deutsche-medien-berichten-unausgewogen-ueber-griechenland/13364784.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F

http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_study_45_2016