HELLAS FILMBOX BERLIN 2017

18. Januar – 22. Januar 2017 – Kino Babylon

Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Hellenischen Republik, Herrn Prokopis Pavlopoulos, findet die 2. Edition der HELLAS FILMBOX BERLIN im Babylon statt. Gezeigt werden 56 griechische Filme bzw. Co-Produktionen aus insgesamt über 190 Filmeinreichungen.

Jetzt tickets buchen unter: http://www.babylonberlin.de/hellasfilmboxberlin.htm

Der Spielplan in der Übersicht ist einsehbar, unter:
http://www.hellasfilmbox.de/wp-content/uploads/2016/06/Spielplan-2017.pdf

Eröffnungs- und Abschlussfilm 2017

HellasFilmboxEhrengast der HELLAS FILMBOX BERLIN 2017 ist der französisch-griechische Regisseur Costa-Gavras, der zum Opening am 18. Januar 2017 in Berlin anwesend sein wird. Ihm zu Ehren eröffnet das Festival seine zweite Edition mit seinem Film „Der Stellvertreter“ (2002). Ulrich Tukur, der in diesem Film die Hauptrolle spielt, wird eine Laudatio auf Gavras halten.

Der Abschlussfilm des Festivals ist „Worlds Apart“ von Regisseur und Schauspieler Christopher Papakaliatis. Anhand dreier Liebespaare aus drei verschiedenen Generationen erzählt er ein Drama im politisch und wirtschaftlich gebeutelten Athen von heute. „Worlds Apart“ kann mit einem beeindruckenden Cast aufwarten (u.a. Oscarpreisträger J.K. Simmons) und war 2015 einer der erfolgreichsten Filme im griechischen Kino. Der Film feiert am 22. Januar 2017 auf der HELLAS FILMBOX BERLIN seine Deutschlandpremiere.

Der Wettbewerb
In der offiziellen Wettbewerbssektion „NEUES GRIECHISCHES KINO“ laufen insgesamt 34 Filme: 6 Spielfilme, 6 Dokumentarfilme und 22 Kurzfilme. 26 der Filme sind zum ersten Mal Deutschland zu sehen. Prämiert werden der Beste Kurzfilm, Dokumentarfilm und Spielfilm „NEUES GRIECHISCHES KINO”.

Der Wettbewerb „NEW VISION“ beschäftigt sich mit Filmen, die auf spannende Weise klassische Filmformate und Kunst-/Digitalformate miteinander kombinieren. Es wurden 7 Filme für das Programm 2017 ausgewählt.

Highlights NEUES GRIECHISCHES KINO und NEW VISION

Südwind“ (Mythopathy), der neue Film des “Zimt und Koriander” Regisseurs Tassos Boulmetis gehört zu den cineastischen Höhepunkten des Festivals. Der Film erzählt das persönliche Tagebuch der Hauptfigur Stavros, von seiner Kindheit bis zur Entscheidung, Regisseur zu werden. Im Griechenland der 1960er und 1970er Jahre beginnt seine Coming-of-Age-Reise. Stavros erfindet Geschichten über alte Mythen, lange Reisen und schöne Frauen. Der Titel spielt auf den Südwind an: Immer wenn dieser aufkommt, erfindet der Protagonist seine Geschichten.

Der gerade mit dem FIPRESCI Preis ausgezeichneten Spielfilm „Ameri­ka-Platz“ von Yannis Sakaridis beleuchtet das wirtschaftliche Geschäft hinter der Flüchtlingskrise und feiert seine Deutschlandpremiere auf der HELLAS FILMBOX BERLIN.

Dokumentationen wie „Those Who Feel the Fire Burning“ des niederländischen Regisseurs Morgan Knibbe oder „The Longest Run“ von Maria Economou (u.a. prämiert auf der Dok Leipzig 2015) erzählen anhand von Einzelbeispielen die Flüchtlingskrise aus einer verschiedenen Perspektive, der griechischen und europäischen Realität. Die politische und gesellschaftliche Brisanz dieser beiden Filme ist nach wie vor von hoher Aktualität.

Goldene Morgenröte – eine persönliche Angelegenheit“ von Angelique Kourounis: Die französisch-griechische Journalistin und Dokumentarfilmerin hat den rasanten Aufstieg der neonazistischen Bewegungspartei Golden Dawn dokumentiert. Angefangen als militante Kleingruppierung, stieg Golden Dawn innerhalb von zwei Jahren zur dritt stärksten Partei Griechenlands auf. Der Film kontrastiert das vermeintlich soziale Bild der Partei nach außen mit dem inneren Kitt einer klar faschistischen Ideologie, die sich in zahlreichen rassistischen Übergriffen und hierarchischen Strukturen äußert.

„Unterbrechung“ (Interruption) von Yorgos Zois, hat als Grundlage nicht nur eine dramatische wahre Geschichte, der Film ist auch eine moderne Adaption der griechischen Tragödie „Orestie“ vom Dichter Aischylos. Er nimmt die Zuschauer mit auf die Bühne, spielt mit Erwartungen und Konventionen, Realität und Fiktion sind dabei nicht mehr zu trennen. Der Film geht auf die schreckliche Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater am 23. Oktober 2002 zurück.

Die „Griechische Finsternis“ zeigt uns Regisseur Angelos Franztis in seinem Thriller „Symptom“. Düster vermittelt er durch seine verstörend-schönen Bilder die mystische Endzeitstimmung auf einer griechischen Insel. Verlassene Minen, gigantische Müllhalden, Kinder mit irritierenden Masken lassen den Zuschauer nicht mehr los. Hängt das Schicksal der Inselbewohner an einer einzigen Frau? Der Film kommt einem reizvollen Rätsel gleich, dessen Lösung jeder Zuschauer selbst finden kann.

Besonders stolz sind die Festivalmacher auf die zwei Deutschlandpremieren der auf den Festspielen in Cannes gezeigten Filmen „Limbo” von Konstantina Kotzamani und „Der Letzte Strand“ von Thanos Anastopoulos und Davide Del Degan.

Schwerpunkt „Holocaust der griechischen Juden / Griechenland unter deutscher Besatzung“

Ausserhalb der Wettbewerbe gibt es einen thematischen Schwerpunkt zum Thema „Holocaust der griechischen Juden / Griechenland unter deutscher Besatzung“. Die Wehrmacht, die im Auftrag von Adolf Eichmann die „Endlösung der Judenfrage“ auch in Griechenland voran trieb, deportierte und ermordete ab 1941/42 nach und nach fast alle der knapp 60.000 Juden des Landes. In den letzten 15 Jahren haben griechische und auch nicht-griechische Filmemacher sich des Themas angenommen. Wir zeigen u.a. die erste griechische, fiktionale Filmproduktion, die sich dieses Themas in Form einer Liebesgeschichte annimmt, „Cloudy Sunday“ von Manousos Manousakis – eine Verfilmung von George Skarbadonis’ Bestseller. Der Dokumentarfilm Trezoros: Die Verlorenen Juden von Kastoria von Lawrence Russo und Larry Confino beleuchtet das Leben der griechisch- sephardischen Gemeinde von Kastorià, die im Zweiten Weltkrieg ausgelöscht wurde.

Mit diesem Schwerpunkt möchte die HELLAS FILMBOX BERLIN zur Aufklärung und Dokumentation dieses wichtigen Kapitels der deutsch-griechischen Geschichte beitragen.

Foto-Ausstellung „Gesichter und Räume“ von Nelly Tragousti – Hommage an Theo Angelopoulos

In den Räumen der Galerie BOX Freiraum rufen die 40 Fotografien Nelly Tragoustis dem Betrachter Gesichter und Räume aus jenen Tagen ins Gedächtnis, als Theo Angelopoulos in Berlin mit den Dreharbeiten für seinen letzten vollendeten Film „Der Staub der Zeit“ beschäftigt war. Im Fokus steht die Gestalt des großen griechische Regisseurs selbst – sein Gesicht unter der Apparatur der Kamera, seine Gesten im Gespräch, bei Anweisungen oder Erklärungen für die Schauspieler (u.a. Bruno Ganz, Willem Dafoe, Michel Piccol) und das Team. Die Ausstellung wird am 17. Januar 2017 eröffnet.

Kooperation mit der Aristoteles Universität von Thessaloniki

Die HELLAS FILMBOX BERLIN ist für ihre zweite Ausgabe 2017 eine Kooperation mit der Aristoteles Universität von Thessaloniki, der größten Universität Griechenlands und des Balkans eingegangen. Es handelt sich um einen für alle Studierenden des Film Departments der Aristoteles Universität offenen Wettbewerb zum Thema “Thessaloniki – Outside the Box”, der alle Bereiche des Lebens umfassen kann, jedoch eine kleine Entdeckung/Begebenheit, die sich in Thessaloniki abspielt oder abgespielt hat, beinhalten sollte. Erwartet wird ein max. 90 Sekunden-Clip, aufgenommen in einem (digitalen) Medium der Wahl. Ansprechpartnerin am Film Dept. der Aristoteles Universität ist die renommierte Filmproduzentin und Dozentin Despoina Mouzaki.

Kooperation mit dem Outview Filmfestival Athen

Seit 2007 fördert und unterstützt das Outview Filmfestival in Athen die besten griechischen und internationalen Filme mit LGTBQI-Thematik und ist in der griechischen Filmszene längst zu einer festen Instanz geworden.

Outview visits Filmbox findet am Freitagabend, den  20. Januar 2017, statt. Auf dem Programm stehen der Kurzfilm „half life“ von Nikolas Pourliaros und der Spielfilm SMAC von Elias Demetriou. Der   Regisseur als auch die Festivaldirektorin des Outview Filmfestes, Maria Katsikadak­ou, werden anwesend sein.

Preise der Wettbewerbe

Wie schon im letzten Jahr führen wir unser erfolgreiches Roadshow- Konzept weiter. HELLAS FILMBOX BERLIN organisiert für die 2017 Gewinnerfilme eine Kinotour durch ca. 10 deutsche Städte, u.a. München, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg, Bremen uvw.

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HELLAS FILMBOX BERLIN
Mittwoch 18. Januar bis 22. Januar 2017
Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178  Berlin